Julia Bangert: Goldene Bilderwelten – Buchmalerei zwischen Mittelalter und Gegenwart
Julia Bangert arbeitet für das Gutenberg-Museum in Mainz und versieht die Nachdrucke der Gutenberg-Bibel, die dort im Shop zu erwerben sind, händisch mit Buchmalerei und Blattvergoldung nach originalen Vorbildern. Daneben arbeitet sie als freischaffende Buchmalerin und entwirft individuell gestaltete Initialen und Darstellungen. Inspiriert von den historischen Vorbildern gestaltet sie eigene Werke im Stil des Mittelalters, aber auch in einem aktuellen zeitgenössischen Stil. In der Ausstellung zeigt sie eine Manuskriptreihe mit Texten zu Tieren im Stil eines mittelalterlichen Bestiariums. Dabei handelt es sich ursprünglich um eine moralisierende Dichtung, die Eigenschaften von Tieren und Fabelwesen mit der christlichen Heilslehre verbindet. Die Künstlerin gibt Einblicke in ihren Arbeitsprozess und zeigt Schritt für Schritt, wie Buchmalereien entstehen. Dazu präsentiert sie Reproduktionen von Seiten aus der Gutenberg-Bibel, die sie selbst illuminiert hat.
Wolfgang M. Reiter - Zeitschriftx
Wolfgang Maria Reiter: Schrift.Bild
Wolfgang Maria Reiter schreibt in seinen Werken den immer gleichen Text, der ihn seit seiner frühen Kindheit nicht mehr loslässt. Durch die ständige Wiederholung tritt der eigentliche Inhalt des Textes in den Hintergrund, die Schrift wird zum Gestaltungsmittel und das Schreiben zu einem repetitiven, meditativen Prozess. Die Bedeutung schwingt immer mit, der zentrale Inhalt der Werke ist jedoch die Form. Reiter bedient sich der fortlaufenden Linie der aneinander gereihten Buchstaben, um schreibend seine Bilder in unterschiedlichen Formaten zu gestalten. Sie reichen von Miniaturen bis zu dreidimensionalen Schriftobjekten, die er aus beschriebenem Papier faltet und formt. Wolfgang Maria Reiter schreibt mit Holzstäbchen und Tusche auf Transparentpapier. Das Schreiben wird zur Projektionsfläche von Empfindungen und Stimmungen des Künstlers, Norbert Trawöger nennt seine Arbeiten „seismografische Kalligrafien“.
Richard Lux Exlibris für Marco Birnholz
Exlibris als Auftrag – Marco Birnholz und sein künstlerisches Netzwerk
Die Ausstellung zeigt ausgewählte Exlibris aus der Sammlung Premstaller, die für den jüdischen Apotheker und leidenschaftlichen Exlibris-Sammler Marco Birnholz gestaltet wurden. Als aktives Mitglied der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft förderte Birnholz ab 1914, vor allem während der Wirtschaftskrise der 1930er-Jahre, zahlreiche Exlibris-Künstlerinnen und Künstler. Die Ausstellung lädt dazu ein, in die vielfältige Welt eines der wichtigsten Exlibris-Sammler Österreichs einzutauchen. Die Bandbreite der für ihn gestalteten Blätter reicht von Arbeiten mit klar erkennbaren jüdischen Symbolen über Werke jüdischer Künstlerinnen und Künstler bis hin zu Exlibris, die auf den ersten Blick keinen Bezug zum Judentum erkennen lassen. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, welche Symbole und Darstellungen typisch für jüdische Exlibris sind. Die gezeigten Werke entstanden im Zeitraum von 1924 bis 1938 und wurden von insgesamt 16 Künstlerinnen und Künstlern geschaffen. Kuratorin: Dana Patsch